
Ratgeber · Hochtal, Wallis
Drei Saunen am Waldrand
Holzfeuer, Lärchen und ein Sprung in den Neuschnee: wie das Saunaritual der Waldsauna im Hochtal geht — und warum man nach dem Skitag nicht gleich in die heisseste Sauna sollte.
In Zusammenarbeit mitWaldsauna HochtalZum Partner →6. Dezember 2026Text Redaktion First TracksFotos Unsplash4 Min. LesezeitIm Heft · 2 Seiten →Musterbeitrag
Am Waldrand über dem Hochtal, zehn Minuten zu Fuss vom Dorfplatz, stehen drei Fasssaunen zwischen den Lärchen. Kein Spa-Gebäude, kein Bademantel-Flur, keine Musik aus Lautsprechern. Nur Holz, Feuer, Schnee — und ein Saunameister, der findet, dass man nach einem Skitag vor allem eines braucht: Zeit.
Ein Abend in drei Gängen
Reto heizt seit sechs Wintern die Öfen der Waldsauna. Um zwei Uhr nachmittags legt er das erste Holz nach, Lärche aus dem eigenen Wald, gespalten im Herbst. Bis die erste Gruppe kommt, haben die drei Fässer ihre Temperatur: die kleinste mit 65 Grad zum Ankommen, die mittlere mit 75, und die Arvensauna am Ende des Pfades mit 85 Grad und einem Fenster, durch das man die Gipfel sieht.
«Die meisten wollen nach dem Skitag direkt in die heisseste», sagt Reto. «Das ist der häufigste Fehler.» Der Körper kommt ausgekühlt und müde vom Berg, die Muskeln sind hart. Wer erst in die milde Sauna geht, zwölf Minuten, dann in die mittlere, wärmt sich auf, statt sich zu überfahren. Die Arvensauna kommt zum Schluss, mit Aufguss.

Schnee statt Tauchbecken
Zwischen den Gängen geht es barfuss hinaus. Ein Tauchbecken gibt es nicht, nur den Hang hinter den Saunen, auf dem nach jeder Schneenacht frischer Pulver liegt. Zehn Sekunden reichen, sagt Reto, länger muss niemand darin liegen. Danach zwei Minuten an der frischen Luft, dann ans Feuer, wo eine Kanne Tee aus Bergkräutern steht: Thymian, Melisse, ein wenig Arve.


Pro Sauna sind höchstens acht Gäste zugelassen, gebucht wird im Zeitfenster von zwei Stunden. Das hält die Fässer ruhig und das Feuer frei. Wer im Feierabend-Fenster ab 17 Uhr kommt, erlebt die schönste Stunde: das letzte Licht auf den Gipfeln, den Rauch, der zwischen den Lärchen steht, und den Moment, in dem die Sterne über dem Hochtal aufgehen.
Das Feierabend-Fenster
- 17.00Ankommen, Tee am Feuer, während die Sonne hinter dem Grat verschwindet.
- 17.15Erster Gang in der milden Sauna, zwölf Minuten.
- 17.35Barfuss in den Schnee, dann ans Feuer.
- 18.00Aufguss mit Arvenöl in der heissesten Sauna.
- 18.30Letzter Gang, danach Ruhe auf den Fellen am Feuer.
Gut zu wissen
- Öffnung
- Täglich 14–22 Uhr, Zeitfenster zu 2 Stunden
- Gruppen
- Max. 8 Personen pro Sauna
- Mitbringen
- Badeschuhe und Mütze, Tücher liegen bereit
- Anreise
- 10 Min. zu Fuss vom Dorfplatz, Lärchenweg 7






