
Musterbeitrag
ReportageSonnenberg · Graubünden · 10. Januar 2027
Um 18 Uhr entscheidet der Himmel
In Zusammenarbeit mit Sonnenberg-Arena und Hotel Bergkristall
Jeden Abend um sechs entscheidet Sandra, ob am Sonnenberg morgen die Früh-Gondel fährt. Ein Abend mit der Frau, die das Wetter liest — und die neue Prognose, mit der jetzt alle mitlesen können.
Text Redaktion First TracksFotos Unsplash8 Min. LesezeitIm Heft · 4 Seiten →
Um 17.40 Uhr ist die Bergstation des Sonnenbergs leer. Die letzten Skifahrer sind talwärts gefahren, die Pistenpatrouille hat ihre Runde gemacht, und über dem Grat färbt sich der Himmel orange. Im Büro hinter der Kasse brennt noch Licht. Sandra sitzt vor drei Bildschirmen, eine Tasse Tee neben der Tastatur, und schaut auf Zahlen, die sich in den nächsten zwanzig Minuten noch zweimal ändern werden.
Sandra ist Betriebsleiterin der Sonnenberg-Arena, seit neun Wintern. Um 18 Uhr trifft sie jeden Abend eine Entscheidung, die am nächsten Morgen für einige Dutzend Menschen den Unterschied macht: Fährt die Früh-Gondel, eine Stunde vor allen anderen, oder nicht? Die Regel ist einfach. Mindestens fünfundzwanzig Zentimeter Neuschnee über Nacht, dazu Wetter, bei dem man oben etwas sieht. Die Entscheidung ist es nicht.
«Schnee allein reicht nicht», sagt Sandra. «Wenn es um acht Uhr noch schneit und der Wind auf dem Grat mit sechzig bläst, nützen dir vierzig Zentimeter gar nichts. Dann stehen die Leute oben im Nebel und sehen ihre Ski nicht.» Sie scrollt durch eine Tabelle mit Stundenwerten: Neuschnee, Sonne, Böen, Temperatur auf 2400 Metern. Draussen geht die Sonne unter. Drinnen wird gerechnet.

Wetter auf Pistenhöhe
Das Wetter im Tal und das Wetter am Berg sind zwei verschiedene Dinge. Wer in Chur aus dem Fenster schaut und Regen sieht, weiss nicht, dass am Sonnenberg auf 2400 Metern gerade der beste Pulverschnee des Winters fällt. Umgekehrt liegt im Januar oft tagelang Nebel über dem Mittelland, während oben die Sonne scheint. Die meisten Wetter-Apps zeigen das Wetter am Ortsnamen, und der Ortsname liegt fast immer im Tal.
Sandra arbeitet deshalb mit Modellwerten für die Höhe, auf der gefahren wird. Neuschnee in Zentimetern, Sonnenstunden, die stärksten Böen des Tages, Temperatur. Daraus macht sie eine Einschätzung in einem Satz, die sie um 18 Uhr an die Hotels, an die Kasse und an die Pistenpatrouille schickt. Die Hotelgäste im Bergkristall erfahren sie beim Abendessen, die Saisonkarten-Besitzer per Nachricht. Wer mitwill, trägt sich bis 21 Uhr ein.
Am Sonnenberg kennt sie drei Wetterlagen, die fast immer stimmen. Kommt der Schnee mit Westwind, fällt er weich und trocken, und am Morgen danach reisst der Himmel meistens auf. Kommt er mit Nordstau, schneit es oft zwei Tage am Stück, und die Sicht bleibt schlecht. Und bläst der Föhn aus Süden, wird es warm und windig, die Bahnen am Grat stehen still, und der Schnee am Nachmittag wird schwer. «Das Modell sagt dir die Zahlen», sagt Sandra. «Den Rest sagt dir der Berg, wenn du ihn lange genug kennst.» An der Wand hinter ihr hängt ein Kalender, auf dem sie jeden Powder-Tag der letzten neun Winter mit einem roten Punkt markiert hat. Es sind erstaunlich wenige.
Die Prognose für alle
Seit diesem Winter steht dieselbe Einschätzung für alle sichtbar auf First Tracks: welcher der nächsten Tage am Sonnenberg der beste wird, warum, und was man dafür buchen kann. Die Zahlen kommen aus demselben Wettermodell, das auch Sandra liest. Das Urteil darüber folgt denselben Regeln, die sie seit Jahren im Kopf hat.
Wie wird der Tag? · auf 2400 m · Beispielwoche
Morgen wird ein Powder-Tag.
35 cm Neuschnee über Nacht, 8 Stunden Sonne, kaum Wind — den Wecker stellen.
Heute
Schneetag
-5° / -9°
- Schnee
- 26 cm
- Sonne
- 1 h
- Wind
- 40
Morgen
Powder-Tag
-7° / -13°
- Schnee
- 9 cm
- Sonne
- 8 h
- Wind
- 18
Sonntag
Sonnentag
-3° / -10°
- Schnee
- 0 cm
- Sonne
- 8 h
- Wind
- 22
Montag
Durchzogen
-1° / -6°
- Schnee
- 0 cm
- Sonne
- 5 h
- Wind
- 45
Dienstag
Sturmtag
-2° / -5°
- Schnee
- 2 cm
- Sonne
- 1 h
- Wind
- 72
Mittwoch
Schneetag
-4° / -8°
- Schnee
- 6 cm
- Sonne
- 1 h
- Wind
- 35
Modellwerte auf Pistenhöhe, Wind als Böen in km/h · Open-Meteo
Die Nacht der Maschinen
Wenn Sandra um 18.05 Uhr auf «Senden» drückt, beginnt die zweite Schicht am Berg. Sieben Pistenfahrzeuge fahren aus der Garage an der Mittelstation, ihre Scheinwerfer ziehen Lichtbahnen über die Hänge. An Tagen mit Früh-Gondel wissen die Fahrer, welche Pisten zuerst fertig sein müssen: der Gipfelhang links der Bahn, die Verbindung zur Talabfahrt, der Ziehweg zur Bergstation. Alles andere bleibt unberührt, so wie es die Frühaufsteher am liebsten haben.
Luca fährt seit zwölf Wintern Pistenfahrzeug am Sonnenberg. Er sagt, er spüre am Abend, ob es eine gute Nacht wird. Er hat keine Bildschirme in der Kabine, nur das Funkgerät, die Scheinwerfer und den Blick nach oben. Wenn der Schnee beim Losfahren noch fällt, aber die Sterne über dem Grat schon durch die Wolken blitzen, dann weiss er, dass am Morgen alles stimmen wird. «Dann fahre ich ein bisschen sorgfältiger», sagt er. «Weil ich weiss, dass um acht Uhr jemand auf meiner Piste die erste Spur zieht.»


Wenn die Prognose irrt
Natürlich liegt das Wetter manchmal daneben. Sandra erinnert sich an einen Abend im letzten Februar, als das Modell dreissig Zentimeter versprach und am Morgen kaum zehn lagen. Die Früh-Gondel fuhr trotzdem, weil die Entscheidung gefallen war, und die Gäste fanden harten Schnee statt Pulver. Seither schaut sie um 17.50 Uhr noch einmal auf die Radarbilder, bevor sie entscheidet. Und sie sagt den Gästen ehrlich, wenn ein Tag knapp ist.
Genau deshalb steht in der Prognose auf First Tracks immer, worauf das Urteil beruht: wie viel Schnee, wie viel Sonne, wie viel Wind. Wer liest, dass morgen ein Powder-Tag wird, sieht auch, dass es zwanzig Zentimeter sind und nicht vierzig. Und kann selbst entscheiden, ob sich der Wecker um sechs lohnt. «Ich will niemandem etwas versprechen, das ich nicht halten kann», sagt Sandra. «Aber ich will, dass niemand einen guten Tag verpasst, nur weil er es nicht wusste.»
Der Morgen danach
Um 7.30 Uhr stehen am nächsten Tag zweiundzwanzig Leute vor der Talstation. Die Prognose hat gestimmt: achtundzwanzig Zentimeter, kaum Wind, und über dem Grat ein Himmel, der von Minute zu Minute blauer wird. Im Tal liegt Nebel, oben ist alles klar. Sandra steht neben dem Drehkreuz, eine Thermosflasche in der Hand, und begrüsst die Gäste, die sie zum Teil seit Jahren kennt.
Sie fährt nicht mit. Ihr Arbeitstag beginnt jetzt erst richtig, mit Kassen, Personal, einer defekten Sesselbahn auf der Rückseite und dem Wetter von morgen, das schon wieder auf ihren Bildschirmen wartet. Aber sie schaut der ersten Kabine nach, bis sie im Blau verschwindet. «Das ist der schönste Moment meines Tages», sagt sie. «Und ich hab ihn mir um 18 Uhr ausgesucht.»
Was es braucht
Die Prognose für den Sonnenberg steht auf der Seite der Sonnenberg-Arena bei First Tracks und hier im Beitrag, jeweils für die nächsten sechs Tage und auf Pistenhöhe. Wer nicht jeden Abend nachschauen will, schaltet den Schneealarm ein: Er meldet sich, sobald genug Neuschnee fällt, per Mail, Push oder WhatsApp. Die Früh-Gondel ist im Skipass inbegriffen und steht Hotelgästen und Saisonkarten-Besitzern offen.
Gut zu wissen
- Entscheid
- Täglich um 18 Uhr für den nächsten Morgen
- Früh-Gondel
- Ab 25 cm Neuschnee, 7.45 Uhr
- Anmeldung
- Bis 21 Uhr an Rezeption oder Talstation
- Prognose
- Live auf First Tracks, sechs Tage, Pistenhöhe
Um 17.40 Uhr ist die Bergstation des Sonnenbergs leer. Die letzten Skifahrer sind talwärts gefahren, die Pistenpatrouille hat ihre Runde gemacht, und über dem Grat färbt sich der Himmel orange. Im Büro hinter der Kasse brennt noch Licht. Sandra sitzt vor drei Bildschirmen, eine Tasse Tee neben der Tastatur, und schaut auf Zahlen, die sich in den nächsten zwanzig Minuten noch zweimal ändern werden.
Sandra ist Betriebsleiterin der Sonnenberg-Arena, seit neun Wintern. Um 18 Uhr trifft sie jeden Abend eine Entscheidung, die am nächsten Morgen für einige Dutzend Menschen den Unterschied macht: Fährt die Früh-Gondel, eine Stunde vor allen anderen, oder nicht? Die Regel ist einfach. Mindestens fünfundzwanzig Zentimeter Neuschnee über Nacht, dazu Wetter, bei dem man oben etwas sieht. Die Entscheidung ist es nicht.
«Schnee allein reicht nicht», sagt Sandra. «Wenn es um acht Uhr noch schneit und der Wind auf dem Grat mit sechzig bläst, nützen dir vierzig Zentimeter gar nichts. Dann stehen die Leute oben im Nebel und sehen ihre Ski nicht.» Sie scrollt durch eine Tabelle mit Stundenwerten: Neuschnee, Sonne, Böen, Temperatur auf 2400 Metern. Draussen geht die Sonne unter. Drinnen wird gerechnet.
- Der Entscheid, jeden Abend
- 18.00Der Entscheid, jeden Abend
- Neuschnee, damit die Früh-Gondel fährt
- 25 cmNeuschnee, damit die Früh-Gondel fährt
- Höhe, für die die Prognose gilt
- 2400 mHöhe, für die die Prognose gilt
Wetter auf Pistenhöhe
Das Wetter im Tal und das Wetter am Berg sind zwei verschiedene Dinge. Wer in Chur aus dem Fenster schaut und Regen sieht, weiss nicht, dass am Sonnenberg auf 2400 Metern gerade der beste Pulverschnee des Winters fällt. Umgekehrt liegt im Januar oft tagelang Nebel über dem Mittelland, während oben die Sonne scheint. Die meisten Wetter-Apps zeigen das Wetter am Ortsnamen, und der Ortsname liegt fast immer im Tal.
Sandra arbeitet deshalb mit Modellwerten für die Höhe, auf der gefahren wird. Neuschnee in Zentimetern, Sonnenstunden, die stärksten Böen des Tages, Temperatur. Daraus macht sie eine Einschätzung in einem Satz, die sie um 18 Uhr an die Hotels, an die Kasse und an die Pistenpatrouille schickt. Die Hotelgäste im Bergkristall erfahren sie beim Abendessen, die Saisonkarten-Besitzer per Nachricht. Wer mitwill, trägt sich bis 21 Uhr ein.
Am Sonnenberg kennt sie drei Wetterlagen, die fast immer stimmen. Kommt der Schnee mit Westwind, fällt er weich und trocken, und am Morgen danach reisst der Himmel meistens auf. Kommt er mit Nordstau, schneit es oft zwei Tage am Stück, und die Sicht bleibt schlecht. Und bläst der Föhn aus Süden, wird es warm und windig, die Bahnen am Grat stehen still, und der Schnee am Nachmittag wird schwer. «Das Modell sagt dir die Zahlen», sagt Sandra. «Den Rest sagt dir der Berg, wenn du ihn lange genug kennst.» An der Wand hinter ihr hängt ein Kalender, auf dem sie jeden Powder-Tag der letzten neun Winter mit einem roten Punkt markiert hat. Es sind erstaunlich wenige.
«Schnee allein reicht nicht. Wenn der Wind auf dem Grat mit sechzig bläst, nützen dir vierzig Zentimeter gar nichts.»
Die Prognose für alle
Seit diesem Winter steht dieselbe Einschätzung für alle sichtbar auf First Tracks: welcher der nächsten Tage am Sonnenberg der beste wird, warum, und was man dafür buchen kann. Die Zahlen kommen aus demselben Wettermodell, das auch Sandra liest. Das Urteil darüber folgt denselben Regeln, die sie seit Jahren im Kopf hat.

Wie wird der Tag? · auf 2400 m · Beispielwoche
Morgen wird ein Powder-Tag.
35 cm Neuschnee über Nacht, 8 Stunden Sonne, kaum Wind — den Wecker stellen.
Heute
Schneetag
-5° / -9°
- Schnee
- 26 cm
- Sonne
- 1 h
- Wind
- 40
Morgen
Powder-Tag
-7° / -13°
- Schnee
- 9 cm
- Sonne
- 8 h
- Wind
- 18
Sonntag
Sonnentag
-3° / -10°
- Schnee
- 0 cm
- Sonne
- 8 h
- Wind
- 22
Montag
Durchzogen
-1° / -6°
- Schnee
- 0 cm
- Sonne
- 5 h
- Wind
- 45
Dienstag
Sturmtag
-2° / -5°
- Schnee
- 2 cm
- Sonne
- 1 h
- Wind
- 72
Mittwoch
Schneetag
-4° / -8°
- Schnee
- 6 cm
- Sonne
- 1 h
- Wind
- 35
Modellwerte auf Pistenhöhe, Wind als Böen in km/h · Open-Meteo
Die Nacht der Maschinen
Wenn Sandra um 18.05 Uhr auf «Senden» drückt, beginnt die zweite Schicht am Berg. Sieben Pistenfahrzeuge fahren aus der Garage an der Mittelstation, ihre Scheinwerfer ziehen Lichtbahnen über die Hänge. An Tagen mit Früh-Gondel wissen die Fahrer, welche Pisten zuerst fertig sein müssen: der Gipfelhang links der Bahn, die Verbindung zur Talabfahrt, der Ziehweg zur Bergstation. Alles andere bleibt unberührt, so wie es die Frühaufsteher am liebsten haben.
Luca fährt seit zwölf Wintern Pistenfahrzeug am Sonnenberg. Er sagt, er spüre am Abend, ob es eine gute Nacht wird. Er hat keine Bildschirme in der Kabine, nur das Funkgerät, die Scheinwerfer und den Blick nach oben. Wenn der Schnee beim Losfahren noch fällt, aber die Sterne über dem Grat schon durch die Wolken blitzen, dann weiss er, dass am Morgen alles stimmen wird. «Dann fahre ich ein bisschen sorgfältiger», sagt er. «Weil ich weiss, dass um acht Uhr jemand auf meiner Piste die erste Spur zieht.»
Wenn die Prognose irrt
Natürlich liegt das Wetter manchmal daneben. Sandra erinnert sich an einen Abend im letzten Februar, als das Modell dreissig Zentimeter versprach und am Morgen kaum zehn lagen. Die Früh-Gondel fuhr trotzdem, weil die Entscheidung gefallen war, und die Gäste fanden harten Schnee statt Pulver. Seither schaut sie um 17.50 Uhr noch einmal auf die Radarbilder, bevor sie entscheidet. Und sie sagt den Gästen ehrlich, wenn ein Tag knapp ist.
Genau deshalb steht in der Prognose auf First Tracks immer, worauf das Urteil beruht: wie viel Schnee, wie viel Sonne, wie viel Wind. Wer liest, dass morgen ein Powder-Tag wird, sieht auch, dass es zwanzig Zentimeter sind und nicht vierzig. Und kann selbst entscheiden, ob sich der Wecker um sechs lohnt. «Ich will niemandem etwas versprechen, das ich nicht halten kann», sagt Sandra. «Aber ich will, dass niemand einen guten Tag verpasst, nur weil er es nicht wusste.»


Der Morgen danach
Um 7.30 Uhr stehen am nächsten Tag zweiundzwanzig Leute vor der Talstation. Die Prognose hat gestimmt: achtundzwanzig Zentimeter, kaum Wind, und über dem Grat ein Himmel, der von Minute zu Minute blauer wird. Im Tal liegt Nebel, oben ist alles klar. Sandra steht neben dem Drehkreuz, eine Thermosflasche in der Hand, und begrüsst die Gäste, die sie zum Teil seit Jahren kennt.
Sie fährt nicht mit. Ihr Arbeitstag beginnt jetzt erst richtig, mit Kassen, Personal, einer defekten Sesselbahn auf der Rückseite und dem Wetter von morgen, das schon wieder auf ihren Bildschirmen wartet. Aber sie schaut der ersten Kabine nach, bis sie im Blau verschwindet. «Das ist der schönste Moment meines Tages», sagt sie. «Und ich hab ihn mir um 18 Uhr ausgesucht.»
Vom Entscheid zur ersten Spur
- 17.40Letzte Prognose, Radarbilder, Meldungen der Pistenpatrouille.
- 18.00Entscheid: Früh-Gondel ja oder nein — an Hotels, Kasse und Schneealarm.
- 21.00Anmeldeschluss an der Hotelrezeption und an der Talstation.
- 0.00Sieben Pistenfahrzeuge präparieren zuerst den Gipfelhang.
- 7.45Erste Gondel. Eine Stunde vor allen anderen.

Was es braucht
Die Prognose für den Sonnenberg steht auf der Seite der Sonnenberg-Arena bei First Tracks und hier im Beitrag, jeweils für die nächsten sechs Tage und auf Pistenhöhe. Wer nicht jeden Abend nachschauen will, schaltet den Schneealarm ein: Er meldet sich, sobald genug Neuschnee fällt, per Mail, Push oder WhatsApp. Die Früh-Gondel ist im Skipass inbegriffen und steht Hotelgästen und Saisonkarten-Besitzern offen.
Gut zu wissen
- Entscheid
- Täglich um 18 Uhr für den nächsten Morgen
- Früh-Gondel
- Ab 25 cm Neuschnee, 7.45 Uhr
- Anmeldung
- Bis 21 Uhr an Rezeption oder Talstation
- Prognose
- Live auf First Tracks, sechs Tage, Pistenhöhe
Unser Tipp
Nicht nur auf den Schnee schauen, sondern auf den Tag danach. Der beste Powder-Tag ist oft der erste klare Morgen nach einer Schneenacht.

Um 17.40 Uhr ist die Bergstation des Sonnenbergs leer. Die letzten Skifahrer sind talwärts gefahren, die Pistenpatrouille hat ihre Runde gemacht, und über dem Grat färbt sich der Himmel orange. Im Büro hinter der Kasse brennt noch Licht. Sandra sitzt vor drei Bildschirmen, eine Tasse Tee neben der Tastatur, und schaut auf Zahlen, die sich in den nächsten zwanzig Minuten noch zweimal ändern werden.
Sandra ist Betriebsleiterin der Sonnenberg-Arena, seit neun Wintern. Um 18 Uhr trifft sie jeden Abend eine Entscheidung, die am nächsten Morgen für einige Dutzend Menschen den Unterschied macht: Fährt die Früh-Gondel, eine Stunde vor allen anderen, oder nicht? Die Regel ist einfach. Mindestens fünfundzwanzig Zentimeter Neuschnee über Nacht, dazu Wetter, bei dem man oben etwas sieht. Die Entscheidung ist es nicht.
«Schnee allein reicht nicht», sagt Sandra. «Wenn es um acht Uhr noch schneit und der Wind auf dem Grat mit sechzig bläst, nützen dir vierzig Zentimeter gar nichts. Dann stehen die Leute oben im Nebel und sehen ihre Ski nicht.» Sie scrollt durch eine Tabelle mit Stundenwerten: Neuschnee, Sonne, Böen, Temperatur auf 2400 Metern. Draussen geht die Sonne unter. Drinnen wird gerechnet.
- Der Entscheid, jeden Abend
- 18.00Der Entscheid, jeden Abend
- Neuschnee, damit die Früh-Gondel fährt
- 25 cmNeuschnee, damit die Früh-Gondel fährt
- Höhe, für die die Prognose gilt
- 2400 mHöhe, für die die Prognose gilt

Wetter auf Pistenhöhe
Das Wetter im Tal und das Wetter am Berg sind zwei verschiedene Dinge. Wer in Chur aus dem Fenster schaut und Regen sieht, weiss nicht, dass am Sonnenberg auf 2400 Metern gerade der beste Pulverschnee des Winters fällt. Umgekehrt liegt im Januar oft tagelang Nebel über dem Mittelland, während oben die Sonne scheint. Die meisten Wetter-Apps zeigen das Wetter am Ortsnamen, und der Ortsname liegt fast immer im Tal.
Sandra arbeitet deshalb mit Modellwerten für die Höhe, auf der gefahren wird. Neuschnee in Zentimetern, Sonnenstunden, die stärksten Böen des Tages, Temperatur. Daraus macht sie eine Einschätzung in einem Satz, die sie um 18 Uhr an die Hotels, an die Kasse und an die Pistenpatrouille schickt. Die Hotelgäste im Bergkristall erfahren sie beim Abendessen, die Saisonkarten-Besitzer per Nachricht. Wer mitwill, trägt sich bis 21 Uhr ein.
Am Sonnenberg kennt sie drei Wetterlagen, die fast immer stimmen. Kommt der Schnee mit Westwind, fällt er weich und trocken, und am Morgen danach reisst der Himmel meistens auf. Kommt er mit Nordstau, schneit es oft zwei Tage am Stück, und die Sicht bleibt schlecht. Und bläst der Föhn aus Süden, wird es warm und windig, die Bahnen am Grat stehen still, und der Schnee am Nachmittag wird schwer. «Das Modell sagt dir die Zahlen», sagt Sandra. «Den Rest sagt dir der Berg, wenn du ihn lange genug kennst.» An der Wand hinter ihr hängt ein Kalender, auf dem sie jeden Powder-Tag der letzten neun Winter mit einem roten Punkt markiert hat. Es sind erstaunlich wenige.
Schnee allein reicht nicht. Wenn der Wind auf dem Grat mit sechzig bläst, nützen dir vierzig Zentimeter gar nichts.
Die Prognose für alle
Seit diesem Winter steht dieselbe Einschätzung für alle sichtbar auf First Tracks: welcher der nächsten Tage am Sonnenberg der beste wird, warum, und was man dafür buchen kann. Die Zahlen kommen aus demselben Wettermodell, das auch Sandra liest. Das Urteil darüber folgt denselben Regeln, die sie seit Jahren im Kopf hat.
Wie wird der Tag? · auf 2400 m · Beispielwoche
Morgen wird ein Powder-Tag.
35 cm Neuschnee über Nacht, 8 Stunden Sonne, kaum Wind — den Wecker stellen.
Heute
Schneetag
-5° / -9°
- Schnee
- 26 cm
- Sonne
- 1 h
- Wind
- 40
Morgen
Powder-Tag
-7° / -13°
- Schnee
- 9 cm
- Sonne
- 8 h
- Wind
- 18
Sonntag
Sonnentag
-3° / -10°
- Schnee
- 0 cm
- Sonne
- 8 h
- Wind
- 22
Montag
Durchzogen
-1° / -6°
- Schnee
- 0 cm
- Sonne
- 5 h
- Wind
- 45
Dienstag
Sturmtag
-2° / -5°
- Schnee
- 2 cm
- Sonne
- 1 h
- Wind
- 72
Mittwoch
Schneetag
-4° / -8°
- Schnee
- 6 cm
- Sonne
- 1 h
- Wind
- 35
Modellwerte auf Pistenhöhe, Wind als Böen in km/h · Open-Meteo
Die Nacht der Maschinen
Wenn Sandra um 18.05 Uhr auf «Senden» drückt, beginnt die zweite Schicht am Berg. Sieben Pistenfahrzeuge fahren aus der Garage an der Mittelstation, ihre Scheinwerfer ziehen Lichtbahnen über die Hänge. An Tagen mit Früh-Gondel wissen die Fahrer, welche Pisten zuerst fertig sein müssen: der Gipfelhang links der Bahn, die Verbindung zur Talabfahrt, der Ziehweg zur Bergstation. Alles andere bleibt unberührt, so wie es die Frühaufsteher am liebsten haben.
Luca fährt seit zwölf Wintern Pistenfahrzeug am Sonnenberg. Er sagt, er spüre am Abend, ob es eine gute Nacht wird. Er hat keine Bildschirme in der Kabine, nur das Funkgerät, die Scheinwerfer und den Blick nach oben. Wenn der Schnee beim Losfahren noch fällt, aber die Sterne über dem Grat schon durch die Wolken blitzen, dann weiss er, dass am Morgen alles stimmen wird. «Dann fahre ich ein bisschen sorgfältiger», sagt er. «Weil ich weiss, dass um acht Uhr jemand auf meiner Piste die erste Spur zieht.»


Wenn die Prognose irrt
Natürlich liegt das Wetter manchmal daneben. Sandra erinnert sich an einen Abend im letzten Februar, als das Modell dreissig Zentimeter versprach und am Morgen kaum zehn lagen. Die Früh-Gondel fuhr trotzdem, weil die Entscheidung gefallen war, und die Gäste fanden harten Schnee statt Pulver. Seither schaut sie um 17.50 Uhr noch einmal auf die Radarbilder, bevor sie entscheidet. Und sie sagt den Gästen ehrlich, wenn ein Tag knapp ist.
Genau deshalb steht in der Prognose auf First Tracks immer, worauf das Urteil beruht: wie viel Schnee, wie viel Sonne, wie viel Wind. Wer liest, dass morgen ein Powder-Tag wird, sieht auch, dass es zwanzig Zentimeter sind und nicht vierzig. Und kann selbst entscheiden, ob sich der Wecker um sechs lohnt. «Ich will niemandem etwas versprechen, das ich nicht halten kann», sagt Sandra. «Aber ich will, dass niemand einen guten Tag verpasst, nur weil er es nicht wusste.»

Der Morgen danach
Um 7.30 Uhr stehen am nächsten Tag zweiundzwanzig Leute vor der Talstation. Die Prognose hat gestimmt: achtundzwanzig Zentimeter, kaum Wind, und über dem Grat ein Himmel, der von Minute zu Minute blauer wird. Im Tal liegt Nebel, oben ist alles klar. Sandra steht neben dem Drehkreuz, eine Thermosflasche in der Hand, und begrüsst die Gäste, die sie zum Teil seit Jahren kennt.
Sie fährt nicht mit. Ihr Arbeitstag beginnt jetzt erst richtig, mit Kassen, Personal, einer defekten Sesselbahn auf der Rückseite und dem Wetter von morgen, das schon wieder auf ihren Bildschirmen wartet. Aber sie schaut der ersten Kabine nach, bis sie im Blau verschwindet. «Das ist der schönste Moment meines Tages», sagt sie. «Und ich hab ihn mir um 18 Uhr ausgesucht.»
Vom Entscheid zur ersten Spur
- 17.40Letzte Prognose, Radarbilder, Meldungen der Pistenpatrouille.
- 18.00Entscheid: Früh-Gondel ja oder nein — an Hotels, Kasse und Schneealarm.
- 21.00Anmeldeschluss an der Hotelrezeption und an der Talstation.
- 0.00Sieben Pistenfahrzeuge präparieren zuerst den Gipfelhang.
- 7.45Erste Gondel. Eine Stunde vor allen anderen.
Was es braucht
Die Prognose für den Sonnenberg steht auf der Seite der Sonnenberg-Arena bei First Tracks und hier im Beitrag, jeweils für die nächsten sechs Tage und auf Pistenhöhe. Wer nicht jeden Abend nachschauen will, schaltet den Schneealarm ein: Er meldet sich, sobald genug Neuschnee fällt, per Mail, Push oder WhatsApp. Die Früh-Gondel ist im Skipass inbegriffen und steht Hotelgästen und Saisonkarten-Besitzern offen.
Unser Tipp
Nicht nur auf den Schnee schauen, sondern auf den Tag danach. Der beste Powder-Tag ist oft der erste klare Morgen nach einer Schneenacht.
Gut zu wissen
- Entscheid
- Täglich um 18 Uhr für den nächsten Morgen
- Früh-Gondel
- Ab 25 cm Neuschnee, 7.45 Uhr
- Anmeldung
- Bis 21 Uhr an Rezeption oder Talstation
- Prognose
- Live auf First Tracks, sechs Tage, Pistenhöhe





